Begriff Kybernetik

Der Begriff wurde geprägt von dem amerikanischen Mathematiker N. Wiener (1894–1964) und ist dem Griechischen entlehnt. (kybernētikḗ= Steuermannskunst; kybernḗtēs = Steuermann; kybernãn = steuern.

 

Mit Kybernetik wird eine wissenschaftliche Forschungsrichtung bezeichnet, die Systeme verschiedenster Art (z.B. biologische, technische, soziologische Systeme) auf selbsttätige Regelungs- und Steuerungsmechanismen hin untersucht.

Auch das Wort Gouverneur leitet sich daraus ab. (französisch gouverneur; lateinisch gubernator)

 

Als Modell dienen häufig kybernetische (selbststeuernde) Abläufe aus der Natur (Bionik) oder der Physik.

Beispiele: Die menschliche Atmung oder der von James Watt erfundene Fliehkraftregler.

 

Was sind die wichtigsten Aspekte?

  • Vorausschauende Planung mit dem Ziel, möglichst alle Beeinflussungen und Faktoren von innen und außen zu erfassen und diese in einer komplexitätsreduzierten Weise darzustellen, so dass das menschliche Gehirn noch damit umgehen kann

 

  • Permanenter Soll-Ist-Abgleich (zum Beispiel Mitkalkulation) mit dem Ziel, Störungen frühzeitig zu erkennen und um gegensteuern zu können (zielgerechte Störungskorrektur)

 

  • Permanente Einbeziehung aller involvierten Beteiligten bei der Festlegung der Ziele und Zwischenziele und bei der Anwendung kybernetischer Methoden Dadurch wird größtmögliche Transparenz hergestellt. Das Ergebnis sind Selbststeuerung und Selbstorganisation.

  • Machbare Ziele und Teilziele werden gemeinsam mit Mitarbeitern und Beteiligten im Planungs- und Bauprozess festgelegt. Die Mitarbeiter fühlen sich als Menschen ernst genommen, weil sie selbstbestimmt und kreativ tätig sein können und sich selbst verwirklichen können. Motivation entsteht.

 

  • Komplexe Sachverhalte werden nach dem Unschärfe-Prinzip in ihrer Komplexität reduziert und mit allen Akteuren (Auftraggeber, Experten, Planer, Behörden, Unternehmer und Mitarbeiter) kommuniziert, so dass alle an der Lösung auftretender Probleme kreativ mitgestalten können.

 

  • Dadurch werden die Hauptziele des Lean-Managements erreicht: Bessere Kommunikation, Effizientes Handeln, Fehlervermeidung und Vermeidung von Verschwendung. Günstige Rahmenbedingungen werden geschaffen, welche zum Gelingen eines Projektes beitragen.

 

  • Ein einfaches, auf die kybernetische Planung und deren Ziele und Methoden abgestimmtes Vertragswerk fördert einen vertrauensvollen Umgang der Beteiligten untereinander, so dass durch Beseitigung von Konfliktpotenzial weitere Effizienzpotenziale freigesetzt werden.

 

  • Im Kern geht es darum - im Unterschied zu konventionellen Verfahren -, durch Vereinfachung und Anwendung von Unschärfeprinzipien komplexe Vorgänge auf vom Menschen verstehbare und steuerbare "Planungen" herunter zu brechen.

 

  • Durch die Anwendung der genannten Prinzipien steigt die Produktivität in der Regel sprunghaft an. Bei einem kalkulierten Gewinn von 5 % (bei einem „normalen“ Projekt) und einer Produktivitätssteigerung von 100 % auf 105 % bedeute dies bereits eine Verdopplung des Gewinns.